Was motiviert mich?

Seit 20 Jahren bin ich als freiberuflicher Diplom-Psychologe und systemischer Coach im Bildungsbereich für namhafte Institute und Unternehmen tätig. Da ich mich viele Jahre parallel dazu im psychosozialen Bereich (u. a. beim Integrationsfachdienst) engagiert und nicht allzu viel Geld dafür bekommen habe (was vermutlich nicht ungewöhnlich ist), machte es mich immer wieder unzufrieden, dass die meisten qualitativ hochwertigen Weiterbildungsangebote damals für mich selbst unerschwinglich waren. Aufgrund meines Bedürfnisses, mich kontinuierlich weiterbilden zu wollen, habe ich mir deshalb die meisten Konzepte und Methoden, mit denen ich heute arbeite, autodidaktisch angeeignet und im Rahmen meiner Lehrtätigkeit (z. B. in der Ausbildung Psychologischer Berater/-innen bzw. Heilpraktiker/-innen für Psychotherapie) vermittelt und diskutiert. Dadurch habe ich mich selbst stetig fachlich und persönlich weiterentwickelt, wobei mir allerdings immer bewusst war, dass ich selbst (so gut wie) keine „Zertifikate“ über die meisten Inhalte vorlegen konnte, die ich im Auftrag Dritter lehrte bzw. vermittelte, obwohl den Teilnehmern/-innen meiner Seminare (von meinen Auftraggebern) selbstverständlich entsprechende Nachweise ausgehändigt wurden.

Folgende Fragen beschäftigen mich:

  1. Warum sollten Seminare, die psychologische Konzepte und entsprechendes Praxiswissen vermitteln, lediglich einer monetären Elite oder Mitarbeitern/-innen finanzstarker Unternehmen zugänglich sein?
  2. Könnte unsere Gesellschaft nicht viel mehr von dem Wissen profitieren, das an den Universitäten produziert wird, wenn es auch jenen Menschen zugänglich gemacht wird, die für einen relativ niedrigen Stundensatz bzw. Lohn im psychosozialen Bereich Tag für Tag mit vielen Menschen arbeiten?
  3. Gibt es nicht zudem viele Menschen, die unabhängig von ihrem Beruf daran interessiert sind, sich mit aktuellen Erkenntnissen aus dem Bereich der Psychologie zu beschäftigen, denen aber die Mittel fehlen, entsprechende Seminare zu besuchen?

Anfang 2014 habe ich u. a. deshalb die Seite „Psyche und Arbeit“ bei Facebook eingerichtet, auf der ich seither täglich Fachartikel, Dokumentationen etc. veröffentliche und sie einer großen Zahl von Menschen kostenlos zugänglich mache.

Ein großer Wunsch von mir ist es, irgendwann einmal eine Stiftung zu gründen, die diese Idee weiterverfolgt, das inhaltliche Angebot durch eigene Beiträge (Experten-Interviews, einen YouTube-Kanal etc.) erweitert und zugleich über Räumlichkeiten verfügt, in denen qualitativ hochwertige Seminare (und/oder) Beratungen zu einem wirklich fairen Preis angeboten werden.

“Man muss an Utopien glauben, um sie verwirklichen zu können.” Jean-Jacques Servan-Schreiber

Freuen würde es mich, wenn Ihnen diese Gedanken gefallen! Sollten Sie vielleicht sogar eine konkrete Idee haben, wie sich ein solches Projekt realisieren ließe, dann sprechen Sie mich bitte gern an. Vielen Dank!

Herzliche Grüße, Rainer Müller

Bild: Manfred Evertz

Hier finden Sie Psyche und Arbeit bei Facebook.