Psychologie, quo vadis?

Ist Ihnen schon mal der Gedanke gekommen, dass Ihre Forschung auch für andere interessant sein könnte? Tatsache ist: Ihre Forschung interessiert uns! Wir sind die ca. 13.000 Mitglieder eines Fachforums für Psychologie bei XING sowie eine nicht geringere Anzahl von Menschen, die sich bei Facebook regelmäßig über all das informieren, was die psychische Gesundheit (nicht nur) in der Arbeitswelt betrifft.

Erkenntnisse aus der Arbeits- und Organisationspsychologie, Psychotherapieforschung, psychische Gesundheit bzw. Störungen und alles, was damit zusammenhängt, gehören zu jenen Themen, die – meinen Beobachtungen zufolge – auf großes öffentliches Interesse stoßen! M. E. macht es (nicht nur) deshalb Sinn, sorgsam und fundiert darüber aufzuklären, ohne dabei lediglich auf sogenannte click-through rates (CTR) zu schauen oder vornehmlich kommerzielle Ziele zu verfolgen. Das versuche ich im Rahmen meiner Möglichkeiten zu tun, zumal ich mich als Psychologe ohnehin seit jeher mit psychischen Belastungen – vorrangig im Zusammenhang mit arbeitspsychologischen Fragestellungen – sowie mit den Wirkmechanismen verschiedener psychotherapeutischer Interventionen und Verfahren befasse. Spannend finde ich es allerdings auch, Neues aus anderen Grundlagenfächern zu erfahren, wie bspw. aus der Hirnforschung und der Persönlichkeits-, Entwicklungs- oder Sozialpsychologie.

Gern würde ich auch Sie dazu verleiten, Ihr Wissen mit anderen Menschen bzw. mit uns zu teilen. Im Rahmen der Moderation eines Fachforums für Psychologie bei XING sowie der Seite „Psyche und Arbeit“ bei Facebook möchte ich das Wissen, das in den universitären Elfenbeintürmen angehäuft und nahezu ausschließlich in Fachzeitschriften publiziert wird, mit einer breiteren Öffentlichkeit diskutieren:

  • Seit Februar 2013 gibt es bei XING ein Fachforum für Psychologen und Psychologinnen (mit Hochschulabschluss), das inzwischen über 13.000 Mitglieder hat. Hier darf über alles diskutiert werden, was Psychologen/-innen interessieren könnte. Auch fachliche Fragen sowie Hinweise auf spannende Artikel oder Publikationen sind jederzeit erwünscht!

www.xing.com/groups/Psychologie-Fachforum

  • Auf der Seite “Psyche und Arbeit” bei Facebook können sich interessierte Leserinnen und Leser über psychologische Themen und Fragestellungen informieren und ggf. miteinander darüber diskutieren. Der große Zuspruch, den dieses Projekt seither hat, ist wohl vor allem meinen vielen Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, die uns an ihrem Wissen und an ihren Erfahrungen teilhaben lassen, worüber ich mich natürlich sehr freue.

www.facebook.com/Psyche-und-Arbeit

Open Access vs. Elfenbeinturm

Vor Kurzem habe ich mit einem Kollegen, einem Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, über diese Idee gesprochen. Er meinte, es sei vielen Wissenschaftlern/-innen vermutlich nicht bewusst, wie viele Menschen sich für das interessieren, was an den Universitäten erforscht wird, und sie hätten wohl keinen Sinn dafür, ihr Wissen so aufzubereiten, dass es auch außerhalb akademischer Fachzirkel verstanden werden könne. Nun, ob das wirklich so ist, würde ich gern selbst herausfinden.

Deshalb möchte ich auf der Webseite www.psyche-und-arbeit.de künftig vermehrt Gastautoren/-innen zu Wort kommen lassen, die bereit sind, Ihre Erkenntnisse mit einem interessierten Publikum zu teilen. Gern biete ich Ihnen in diesem Zusammenhang an, Ihre wissenschaftlichen Texte so aufzubereiten, dass sie auch von Menschen gelesen werden können, die nicht „vom Fach“ sind. Mit den großen Zeitschriften kann dieses Projekt zwar nur schwerlich mithalten, da ich die damit verbundene Arbeit als eine Art „Ehrenamt“ betrachte, womit ich kein Geld verdiene. Ein Honorar kann ich Ihnen also nicht zahlen. Dafür finden Sie auf dieser Webseite allerdings so gut wie keine Werbung im klassischen Sinne, weder für meine eigenen Dienstleistungen, noch für die Produkte oder Angebote irgendwelcher anderer Firmen. Das macht es mir jedoch möglich, auch in jenen Seminaren oder Beratungen, die ich für meine Auftraggeber durchführe, auf das Projekt bzw. auf entsprechende Beiträge aufmerksam zu machen.

In den Jahren 1783 bis 1795 gab Karl Philipp Moritz die psychologische Zeitschrift “Magazin für Erfahrungsseelenkunde als ein Lesebuch für Gelehrte und Ungelehrte” heraus. Zu seinem 250. Geburtstag veröffentlichte die TAZ am 16.09.2006 eine daraus entnommene Fallgeschichte, in der es um das „Leben des seeligen Herrn Johann Matthias Klug“ geht. In einem Gespräch mit meinem damaligen Professor, Dr. Wolfgang Schönpflug, der mir während meines Studiums die Geschichte und Systematik der Psychologie näherbrachte, wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass das Projekt „Psyche und Arbeit“ wohl ein wenig damit vergleichbar sei. In der Epoche der Aufklärung bemühte man sich darum, Wissen und Bildung von religiösen Dogmen zu befreien. Heute, d. h. im postfaktischen Zeitalter, so sagt man, neigen viele Menschen dazu, sich bei der Meinungsbildung vor allem auf ihr Gefühl zu verlassen. Dabei werden wissenschaftliche Erkenntnisse, die nicht ins eigene Weltbild passen, einfach ausgeblendet. Das ist nicht unbedenklich. So hat bspw. Dr. Uwe Peter Kanning, Professor für Psychologie an der Hochschule in Osnabrück, darauf hingewiesen, dass in einigen Personalberatungen schon seit den 2000er Jahren verstärkt Methoden der Psycho-Physiognomik eingesetzt werden, die äußerst fragwürdig sind.

Kurzum: Sollte Ihnen diese Idee gefallen, dann würde ich mich sehr freuen, mit Ihnen ins Gespräch zu kommen und vielleicht gelegentlich den ein oder anderen Artikel in Ihrem Namen veröffentlichen zu dürfen. Meine Kontaktdaten finden Sie im Impressum. Vielen Dank!

Herzliche Grüße, Rainer Müller