Skizze einer Depression

Verstrickt in unliebsame Beziehungen, abhängig von jenen Menschen, mit denen man zusammenlebt. Konflikte, die sich nicht lösen lassen. Kein Raum, sich zu entfalten. Keine wohltuende Berührung. Die Seele erkrankt.

Die Trägheit verführt dazu, alles noch eine Weile auszuhalten und sich irgendwie an die Gegebenheiten anzupassen. Ein Tag mehr oder weniger, was macht das schon für einen Unterschied? Die Angst fragt: „Weißt du, was dich nach der Flucht erwartet?“ Der Druck steigt.

Der einfachste Weg, auf dem es gelingt, die Spannung abzubauen, wird zum Trampelpfad. Neue Gewohnheiten schleichen sich ein, die den Alltag zunächst erträglich machen, die Zukunft aber verfinstern. Ein Teufelskreis. Selbst wenn man das Verlies verlässt, ist es noch vorhanden.

Der Frage nach der Schuld folgt die Entfremdung, letztendlich bleibt sie aber ungeklärt. Das Gewissen meldet sich. Scham und Selbstzweifel treten auf die Bühne. Was nicht sein darf, das kann nicht sein. Oder doch?

Das Sterben hat längst begonnen, bevor sich des Lebens Fülle offenbart. Ein leiser und doch lauter Tod.

PS: Diesen Text habe ich geschrieben, um zu vermitteln, wie sich eine Depression anfühlen kann. In etwa so ist sie mir damals jedenfalls begegnet. Heute kann ich das kaum noch nachvollziehen. Es gibt also doch einen Ausweg. Und das ist gut so.

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