Wie schreibe ich eine “gute” Bewerbung?

Dieser Beitrag soll Sie bei der Anfertigung Ihrer Bewerbungsmappe unterstützen. Sicher gibt es zu diesem Thema viel Literatur und unzählige Hinweise im Internet. Aber bei der Vielzahl an Informationen, kann es leicht dazu kommen, dass man nicht mehr weiß, auf wen oder was man nun eigentlich hören bzw. wonach man sich richten soll.

Manfred Evertz

Um eines gleich vorwegzunehmen: Die perfekte Bewerbung gibt es nicht. Eine Bewerbung ist dann gut genug, wenn sie zum Ziel führt, d.h. wenn Sie aufgrund Ihrer Bewerbung zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Da die “Geschmäcker” der Personalentscheider aber sehr unterschiedlich sind, gibt es leider kein Patentrezept.

Das Ziel einer Bewerbung ist es, sich aus der Masse der Bewerber hervorzuheben. Um dies zu erreichen, sollte man anstreben:

  • Interesse beim Personalentscheider zu wecken / neugierig auf sich zu machen,
  • die eigenen Kompetenzen und die Motivation hervorzuheben,
  • Fachkenntnisse / Erfahrungen zu benennen und nachzuweisen und
  • dabei möglichst authentisch zu bleiben.

Auch Sie können eine gute Bewerbung erstellen! Die folgenden Hinweise sollen Ihnen dabei eine Hilfe sein. In diesem kleinen Ratgeber sind die wesentlichen Aspekte einer guten Bewerbung so zusammengefasst, dass Sie den Anleitungen Schritt für Schritt folgen können, ohne dafür stundenlang irgendwelche Literatur studieren zu müssen.

Der Aufbau einer Bewerbung

Die Bewerbungsunterlagen sollten sich in einer Mappe befinden. Welche Mappe optimal ist, ist abhängig von der Branche sowie von der Tätigkeit, für die Sie sich bewerben. Als Faustregel kann man sagen, dass eine besonders teure Mappe dann angebracht ist, wenn es sich um eine gehobene Position handelt. Mit einer teuren Mappe drücken Sie aus, dass Ihnen diese Bewerbung wichtig ist.

Für “normale” handwerkliche, gewerbliche oder kaufmännische Tätigkeiten reicht eine Mappe mit Steckverschluss aus. Die Vorderseite der Mappe sollte durchsichtig sein, damit man Ihr Titelblatt auf den ersten Blick sieht.

  • Mappen, in die Sie die einzelnen Blätter gelocht einheften, sind nicht zu empfehlen!
  • Bitte benutzen Sie keine Klarsichtfolien!

Zu einer schriftlichen Bewerbung gehören in der Regel ein Titelblatt, ein Anschreiben, ein Lebenslauf und Zeugniskopien. Die entsprechenden Blätter sollten auch in dieser Reihenfolge in der Mappe liegen. Da das Anschreiben einen Briefkopf enthält, wird es normalerweise auf die Mappe gelegt.

Das Titelblatt

Das Titelblatt sollte folgende Informationen enthalten:

1. Auf welche Stelle bewerben Sie sich?

  • Es könnte ja sein, dass das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben, zur Zeit mehrere Positionen ausgeschrieben hat. Mit der Formulierung “Bewerbung als …” können Sie sicher gehen, dass Ihre Bewerbung im Unternehmen auf dem richtigen Stapel landet.

2. Bei welcher Firma bewerben Sie sich?

  • Hiermit suggerieren Sie dem Personalentscheider, dass Ihre Bewerbung individuell für das entsprechende Unternehmen angefertigt wurde.

3. Wer bewirbt sich und wie kann man Sie kontaktieren?

  • Neben Ihrem Namen sollten somit auch Ihre Anschrift, Ihre Telefonnummer und ggf. auch Ihre E-Mail-Adresse zu ersehen sein, ohne dass man dafür lange in der Mappe herumsuchen muss.

4. Foto

  • Auch wenn es heute von den Unternehmen nicht mehr gefordert werden darf, sollte man ein Foto von sich in die Mitte des Titelblattes einfügen. Dies ermöglicht einen ersten optischen Eindruck.
  • Die Größe des Fotos sollte ca. das zwei- bis vierfache eines Passbildes betragen. Entscheidender als die Größe ist jedoch, dass Sie auf dem Foto sympathisch wirken. Ein Lächeln kann viele Türen öffnen!
  • Ob das Foto schwarz-weiß oder farbig ist, ist Geschmacksache. Gut ist es, wenn Sie einen neutralen / einfarbigen Hintergrund wählen.

5. Anlagen

Ob Sie Ihre Anlagen erwähnen oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Sollten Sie dies tun wollen, schreiben Sie bitte nur “Anlagen” und zählen diese nicht auf.

Das Anschreiben

1. Der Briefkopf

Das Anschreiben sollte vom Aufbau her einem Geschäftsbrief ähnlich sein. Das bedeutet, dass Sie zunächst Ihre eigene Anschrift und dann die des Unternehmens (möglichst mit Benennung des Ansprechpartners) anführen.

Das Datum sollte sich ungefähr auf Höhe des Ortes des Unternehmens am rechten Seitenrand befinden. Hierbei ist folgende Schreibweise zu empfehlen:

Hamburg, 16.12.2007

Das “den” hinter dem Komma ist veraltet und kann weggelassen werden!

Anschließend folgt die Betreff-Zeile. Diese sollte fett markiert werden und beinhalten, auf welche Stelle Sie sich bewerben. Nutzen Sie möglichst die Stellenbezeichnung aus der entsprechenden Stellenanzeige. Ist eine Kennziffer oder Chiffre-Nummer angegeben, sollten Sie auch diese nennen. Ist eine solche Nummer nicht genannt, lassen Sie sie einfach weg.

Beispiel: Bewerbung als Außendienstmitarbeiter / Kennziffer 48/3844/1B

Das Wort “Betreff:” schreibt man heute nicht mehr. Man lässt es am besten einfach weg.

Einige Bewerbungstrainer empfehlen, dass man in der nächsten Zeile angibt, wo man die Stellenanzeige gelesen hat. Dies würde ich jedoch (wenn überhaupt) erst im ersten Absatz der Bewerbung erwähnen.

2. Die Anrede

Es ist sinnvoll, das Anschreiben direkt an einen Ansprechpartner im Unternehmen zu richten. Oftmals ist ein solcher Ansprechpartner in der Stellenanzeige genannt. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt es sich, einen Ansprechpartner über die Webseite des Unternehmens oder mittels eines Anrufes ausfindig zu machen. Hierbei sollten Sie unbedingt auf die richtige Schreibweise achten und (bei einer telefonischen Anfrage) ggf. darum bitten, den Namen zu buchstabieren. Niemand sieht es gern, wenn sein Name falsch geschrieben wird.

Achtung: Hat das Unternehmen keinen Ansprechpartner in der Stellenanzeige benannt und auch keine Telefonnummer angegeben, sollten Sie auch nicht unbedingt dort anrufen, weil dies dann vom Unternehmen nicht erwünscht sein könnte. Jeder Anruf eines potenziellen Bewerbers führt schließlich zu einer Arbeitsunterbrechung des angerufenen Mitarbeiters und kann somit als störend empfunden werden.

3. Die Gliederung

a) Warum bewerbe ich mich bei diesem Unternehmen bzw. auf diese Position?

Nach der Anrede folgt der erste Absatz. Hier sollten Sie kurz deutlich machen, wie Sie auf die Stelle bzw. auf das Unternehmen aufmerksam geworden sind, je nachdem, ob Sie sich auf eine Stellenanzeige oder initiativ (ohne Stellenanzeige) bei einem Unternehmen bewerben.

Fomulierungsbeispiele:

  • “Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige im Hamburger Abendblatt vom 10.12.2007 gelesen, in der Sie einen Möbeltischler suchen.”
  • “Auf meiner Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung bin ich auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden.”

Anschließend geben Sie bitte an, warum Sie gern für dieses Unternehmen tätig sein möchten. Das gibt dem Unternehmen die Gewissheit, dass Sie sich mit diesem bereits im Vorfeld beschäftigt haben, Sie also wissen, wo Sie sich bewerben. Es zeigt den Personalentscheidern außerdem, wo Ihre individuelle Motivation liegt, für dieses Unternehmen tätig sein zu wollen.

Um Ihnen die Formulierung einer solchen Begründung zu vereinfachen, stellen Sie sich doch einfach folgende Fragen und beantworten anschließend eine oder zwei von ihnen im nächsten Satz:

  • Ist das Unternehmen in einem Arbeitsfeld tätig, der mich sehr interessiert bzw. in dem ich bereits umfangreiche Berufserfahrung gesammelt habe?
  • Sind die Produkte bzw. die Dienstleistungen des Unternehmens besonders gut / hochwertig oder spannend?
  • Kann ich mich mit der Unternehmensphilosophie identifizieren?
  • Ist das Unternehmen in seinem Bereich Marktführer oder wenigstens sehr erfolgreich?
  • Sehe ich in diesem Unternehmen gute berufliche Entwicklungsmöglichkeiten für mich?
  • Möchte ich gern in einem kleineren Betrieb / Familienbetrieb arbeiten, weil ich ein persönliches Arbeitsumfeld schätze?
  • Ist vielleicht gerade die internationale Ausrichtung des Unternehmens für mich interessant?
  • Bin ich selbst bereits Kunde des Unternehmens (und warum)?
  • Einzelhandel und Gastronomie: Mag ich die Atmosphäre der Räumlichkeiten? Spricht mich das Produktangebot oder die Freundlichkeit des Personals an?

Sicher ist die Aufzählung nicht vollständig. Sollte Ihnen ein anderer Grund einfallen, für ein bestimmtes Unternehmen arbeiten zu wollen, nennen Sie diesen.

Wenn Sie keine Informationen über das Unternehmen finden können, was gerade bei kleineren Betrieben häufiger der Fall ist, dann beschreiben Sie kurz und prägnant, was Sie an der ausgeschriebenen Position reizt.

Für das Unternehmen ist es wichtig, etwas über Ihre Motivation zu erfahren, da gute Leistungen eben auch immer darin begründet liegen. Je mehr Sie sich mit einem Unternehmen identifizieren können, desto loyaler und engagierter werden Sie sich voraussichtlich verhalten. Außerdem kostet es viel Mühe, Zeit und Geld, Bewerber zu rekrutieren und einzuarbeiten. Fehlentscheidung sind also in mehrfacher Hinsicht teuer.

b) Was qualifiziert mich fachlich für die entsprechende Position?

In diesem Abschnitt können Sie zeigen, dass Sie verstanden haben, welche fachlichen Anforderungen in der ausgeschriebenen Position an Sie gestellt werden. Hier geht es darum, die eigene fachliche Kompetenz herauszustellen.

Was befähigt Sie, in der ausgeschriebenen Stelle hervorragende Leistungen zu bringen. Denken Sie immer daran, dass ein Unternehmen nach besonders guten Mitarbeitern sucht! Sie sollten Ihr Licht also keineswegs unter den Scheffel stellen. Beschreiben Sie sich als hervorragend ausgebildeten und erfahrenen Mitarbeiter. Das kann selbst dann funktionieren, wenn Sie in dem entsprechenden Bereich bislang lediglich ein Praktikum absolviert haben oder einem Nebenjob hatten.

Wichtig ist, dass Sie nicht damit anfangen, Ihren Lebenslauf nachzuerzählen. Das Anschreiben dient dazu, das Unternehmen auf Sie neugierig zu machen bzw. Interesse zu wecken. Genauere Angaben zu Ihrem Werdegang finden sich im Lebenslauf.

Optimal ist es, wenn Sie die in der Stellenanzeige genannten, fachlichen Qualifikationen kurz ansprechen und mit beruflichen Stationen verknüpfen, ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen. Versetzen Sie sich dazu einmal in die Lage des Personalentscheiders und versuchen Sie herauszuarbeiten, was dieser von Ihnen erwartet.

Formulierungsbeispiele:

  • “Als gelernte Bankkauffrau sammelte ich umfangreiche Erfahrungen im Kapitalanlagebereich. Mein besonderes Interesse galt hierbei stets dem Verkauf von Immobilienfonds und Aktienpaketen. Die erfolgreiche Beratung in einem internationalen Umfeld betrachte ich hierbei als eine Herausforderung, der ich mich aufgrund meiner hervorragenden Marktkenntnisse gewachsen fühle.”
  • “Als ausgebildeter Tischler war ich bislang überwiegend mit der Herstellung und Reparatur von Wohnmöbeln beschäftigt. Umfangreiche Erfahrungen in der Restauration antiker Tische, Schränke und Stühle weise ich vor. Die gängigen Arbeitstechniken sowie die Methoden zur Behandlung / Aufbereitung unterschiedlichster Materialien sind mir bestens vertraut.”

Halten Sie sich bei der Beschreibung Ihrer fachlichen Qualifikationen kurz. Aber heben Sie möglichst jene Fachkenntnisse und beruflichen Erfahrungen hervor, die Sie als Experte Ihres Faches ausweisen. Machen Sie deutlich, dass Sie über die erforderlichen Kompetenzen verfügen und dass das Erbringen sehr guter Leistungen für Sie selbstverständlich ist. Erwähnen Sie ruhig auch, welche Ihrer bisherigen Aufgaben Sie besonders spannend fanden (Motivation!).

c) Was qualifiziert mich persönlich für die Position?

In diesem Abschnitt geht es um Ihre persönlichen Fähigkeiten und Stärken, also um Ihren Charakter. Beantworten Sie jetzt, was Sie persönlich für die entsprechende Stelle befähigt. Nennen Sie Eigenschaften, die Sie besonders auszeichnen und verknüpfen Sie diese am besten mit Beispielen aus Ihrem Werdegang, wo Sie diese in der Vergangenheit erfolgreich unter Beweis stellen konnten.

Formulierungsbeispiele:

  • “Bereits während meiner Zeit in der Gastronomie konnte ich mein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft erfolgreich unter Beweis stellen.”
  • “Mein ausgeprägtes Gespür für Menschen konnte ich im Vertrieb stetig weiterentwickeln. Sie finden in mir eine selbstbewusste und redegewandte Mitarbeiterin, die auch in stressigen Situationen stets freundlich und hilfsbereit ist.”

Angaben über persönliche Eigenschaften werden leider viel zu häufig in Form einer Aufzählung gemacht, die dann lediglich als Behauptung im Raum stehen: “Sie finden in mir eine flexible, engagierte und motivierte Mitarbeiterin, die gut im Team arbeitet”, sagt leider nicht viel aus, da nicht nachvollziehbar ist, wie Sie zu dieser Selbsteinschätzung gekommen sind.

Wichtig ist, dass Sie jene Eigenschaften anführen, die speziell für die ausgeschriebene Tätigkeit von Bedeutung sind. So ist z.B. Teamfähigkeit generell unabdingbar, bei einigen Tätigkeiten jedoch wichtiger als bei anderen. Welche Eigenschaften für das Unternehmen im Vordergrund stehen, kann man häufig aus der Stellenanzeige ablesen.

d) Verfügbarkeit

Anschließend nennen Sie bitte Ihr mögliches Einstiegsdatum. Ab wann können Sie für den neuen Arbeitgeber tätig werden? Dies ist vor allem dann von Bedeutung, wenn Sie sich zurzeit noch in einem gekündigten oder auch ungekündigten Beschäftigungsverhältnis befinden.

e) Abschluss

Zum Abschluss des Anschreibens können Sie darauf hinweisen, dass Sie sich sehr auf ein persönliches Gespräch freuen. Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie eine Formulierung wählen, die selbstbewusst klingt. Sie sind doch schließlich überzeugt davon, dass Sie genau der/die Richtige für den Job sind, oder?

Beispielformulierungen:

  • “Auf ein persönliches Gespräch mit Ihnen freue ich mich bereits jetzt.”
  • “Einem persönlichen Gespräch sehe ich erwartungsvoll entgegen.”

Dann folgt nur noch “Mit freundlichen Grüßen” und Ihre Unterschrift. Ganz am Seitenende fügen Sie bitte noch das Wort “Anlagen” hinzu. Um welche Anlagen es sich im Einzelnen handelt, muss nicht aufgezählt werden.

4. Der Feinschliff

Abschließend überprüfen Sie Ihr Anschreiben auf folgende Aspekte:

  • Ist in Ihrer Bewerbung deutlich geworden, welchen Nutzen das Unternehmen davon hat, wenn es Sie einstellt?
  • Formulierungen, die das Wort “würde” enthalten, sollten Sie möglichst vermeiden, da diese auf ein mangelndes Selbstbewusstsein hindeuten.
  • Vermeiden Sie es nach Möglichkeit, Sätze mit dem Wort “ich” zu beginnen, da dies häufig als starke Ich-Bezogenheit ausgelegt wird. Gerade am Beginn eines neuen Absatzes sollten Sie das unbedingt zu vermeiden.
  • Häufig kann man dies durch eine geschickte Umstellung des betreffenden Satzes problemlos umgehen.
  • Als Frau sollten Sie einem Unternehmen nicht “zur Verfügung stehen”, da Sie dies (in letzter Konsequenz) sicher nicht möchten.
  • Vermeiden Sie nach Möglichkeit Worthülsen, die nichts aussagen. So ist zum Beispiel der Verweis auf eine “schnelle Auffassungsgabe” eine Worthülse, da ja wohl niemand zugeben würde, oft “auf der Leitung zu stehen”.
  • Überprüfen Sie also jeden einzelnen Satz Ihrer Bewerbung daraufhin, ob in ihm eine neue (wertvolle) Information enthalten ist.
  • Verweisen Sie in Ihrem Anschreiben nicht auf den Lebenslauf (“Wie Sie meinem Lebenslauf entnehmen können, …”), da dies bei vielen Personalentscheidern nicht gut ankommt. Personalentscheider wissen schließlich, was man einem Lebenslauf entnehmen können sollte…
  • Lassen Sie Ihr Anschreiben von einer Person Ihres Vertrauens auf Rechtschreibung und Grammatikfehler gegenlesen. Selbst geübte Schreiber unterliegen häufig einer gewissen “Betriebsblindheit” und überlesen eigene Fehler…
  • Ihr Anschreiben sollte kurz und prägnant formuliert sein. Achten Sie bitte darauf, dass es inklusive Briefkopf die Länge einer DIN-A4-Seite nicht überschreitet.
  • Ihr Anschreiben sollte möglichst authentisch sein, d.h. es sollte Ihnen entsprechen. Fühlen Sie sich mit Ihrem Anschreiben als Person gut beschrieben? Können Sie hinter dem stehen, was Sie über sich geschrieben haben? Bleiben Sie selbstbewusst, aber bedenken Sie bitte auch, dass Sie mit dem Anschreiben eine Erwartungshaltung bei dem Unternehmen aufbauen.

Einige Bewerbungsratgeber arbeiten mit Textbausteinen, mit denen man sich eine “individuelle” Bewerbung zusammenstellen kann. Ich rate Ihnen dringend davon ab, solche Textbausteine zu verwenden. Erfahrene Personalentscheider erkennen Bewerbungen leicht, die mittels solcher Textbausteine erstellt worden sind. Diese Bewerbungen landen dann in der Regel sofort im Papierkorb bzw. führen zu einer Absage.

Es macht wohl einen besseren Eindruck, wenn man beim Lesen merkt, dass Sie Ihre Bewerbung selbst formuliert habe, zumal Sie nur dadurch auch die Möglichkeit haben, Ihre eigene Persönlichkeit in das Anschreiben mit einzubringen.

Der Lebenslauf

Auf die Frage, wie ein Lebenslauf gestaltet sein sollte, gibt es verschiedene Antworten und entsprechend viele Vorlagen, die sich im Internet finden lassen. Wichtig ist aber vor allem, dass er aussagekräftig und übersichtlich gestaltet ist.

Der Lebenslauf sollte mit der Überschrift “Lebenslauf” versehen werden. Diese Überschrift sollten Sie fett markieren. Die einzelnen Abschnitte im Lebenslauf werden mit Überschriften versehen. Auch diese sollten fett markiert sein.

1. Persönliche Daten

Zu den persönlichen Daten gehören der Name, das Geburtsdatum, der Geburtsort, der Familienstand, ggf. die Staatsangehörigkeit. Ist die Staatsangehörigkeit nicht “deutsch”, dann sollten Sie (möglichst) noch “Arbeitserlaubnis: unbefristet” hinzufügen. Auch Ihre Anschrift und Ihre Telefonnummer können Sie hier nennen.

2. Beruflicher Werdegang

Hier zählen Sie bitte Ihre beruflichen Stationen auf. Nennen Sie bitte immer die Tätigkeitsbezeichnung (z.B. Sekretärin), den Namen und Sitz (Ort) des Unternehmens und gern auch konkrete Einzeltätigkeiten in Form von Unterpunkten.

Beginnen Sie bei Ihrer Auflistung in der Gegenwart und arbeiten Sie sich in die Vergangenheit zurück. Geben Sie die Zeiträume Ihrer Tätigkeiten möglichst immer auf den Monat genau an.

Beispiel: 04.1997 – 11.2001

Sie können hier auch Ihre Ausbildung sowie Ihren Wehr- bzw. Zivildienst etc. einfügen.

3. Studium

Sollten Sie studiert haben, empfiehlt es sich, hierfür eine eigene Überschrift zu verwenden. Sie sollten das Studienfach, die Universität sowie die eigenen Studienschwerpunkte benennen. Auch der Titel der Diplomarbeit kann erwähnt werden.

Anschließen kann sich eine Aufzählung der Praktika und Nebenjobs, die man in dieser Zeit (absolviert) hat.

4. Schulischer Werdegang

Je länger die Schulzeit zurückliegt, desto weniger interessant ist der schulische Werdegang für die Personalentscheider. Haben Sie bereits eine abgeschlossene Ausbildung oder eine Studium absolviert bzw. bereits schon einige Jahre Berufserfahrung, dann nennen Sie hier bitte nur die letzte Schule, die Sie besucht haben bzw. die Schule, auf der Sie Ihren Abschluss gemacht haben.

Sollte Ihre Schulzeit mehr oder weniger gerade hinter Ihnen liegen, führen Sie bitte möglichst alle Schulen auf, die Sie besucht haben. Gehen Sie auch hierbei achronologisch vor, d.h. fangen Sie mit der Schule an, die Sie zuletzt besucht haben, und arbeiten Sie sich in die Vergangenheit zurück.

Damit der Lebenslauf von der optischen Erscheinung her möglichst einheitlich bleibt, ist es gut, die Zeiten auch hier auf den Monat genau anzugeben. Ein Schuljahr beginnt in der Regel im August und endet im Juli. Wenn Sie diese Monate verwenden, ist alles in Ordnung, auch wenn ein Schuljahr tatsächlich mal im Juni aufgehört bzw. im Juli oder September begonnen hat…

Die Angabe der Abschlussnote ist optional, d.h. sie ist nicht unbedingt erforderlich.

5. Sonstiges

Sollten Sie ein Ehrenamt (oder auch mehrerer solcher Ämter) bekleidet haben, können Sie dies mit einer Extra-Überschrift versehen und in den Lebenslauf einfügen. Ansonsten gehört in die Rubrik “Sonstiges” alles, was bislang weniger Beachtung gefunden hat:

  • Sprachkenntnisse, inklusive einer Angabe, wie gut Sie die Sprache beherrschen: http://www.europaeischer-referenzrahmen.de/
  • PC-Kenntnisse
  • Führerschein
  • Sonstige Qualifikationen (z.B. Schweißerpass, Gabelstaplerschein, etc.)
  • Persönliche Interessen

Die Angabe der persönlichen Interessen dient dazu, dem Unternehmen zu zeigen, dass Sie jemand sind, der über den Tellerrand hinaus schauen kann und vielseitig interessiert ist. Überlegen Sie sich genau, welchen Eindruck Sie hinterlassen wollen, bevor Sie hier “Freunde treffen”, “Partys” oder Extremsportarten mit hohem Verletzungsrisiko angeben.

6. Abschluss

Der Lebenslauf darf gern über eine DIN-A4-Seite hinausgehen, maximal sollte er jedoch drei Seiten umfassen. Viele Personalvermittlungsagenturen bevorzugen allerdings einen einseitigen Lebenslauf (3-Spalten-Technik).

Am Schluss wird der Lebenslauf mit einem Datum versehen und unterschrieben. Mit der Unterschrift versichern Sie dem Unternehmen, dass die von Ihnen gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Eine aufgedeckte Unwahrheit im Lebenslauf kann eine fristlose Kündigung zur Folge haben.

Zeugnisse

Je älter man wird, desto mehr Zeugnisse sammeln sich in der Regel an. Für die Bewerbungsmappe sollten Sie die wichtigsten Zeugnisse auswählen. Allerdings sollte nach Möglichkeit für jede berufliche Station ein Zeugnis vorliegen.

Je mehr Zeugnisse sich in der Mappe befinden, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die wichtigsten bzw. besten Zeugnisse gelesen werden. Unbedingt enthalten sein sollten sämtliche Abschlusszeugnisse (höchster Schulabschluss, Ausbildungszeugnis, Abschlusszeugnis der Universität oder Fachhochschule) und die Arbeitszeugnisse von den letzten Arbeitgebern. Fehlen diese Zeugnisse, entsteht leicht der Verdacht, dass sie absichtlich nicht mitgeschickt worden sind, weil sie vielleicht nicht so gut sind.

Als Arbeitnehmer besteht ein Rechtsanspruch darauf, dass Ihnen der Arbeitgeber auf Verlangen ein Arbeitszeugnis ausstellt. Dieser Rechtsanspruch besteht bis zu fünf Monate nach Ausscheiden aus dem Betrieb. Wenn Sie mit einzelnen Formulierungen nicht einverstanden sind, können bzw. sollten Sie zeitnah versuchen, eine Änderung der Formulierung zu erwirken.

Die Zeugnisse sollten der Bewerbungsmappe als Kopien beigefügt werden. Bitte sortieren Sie diese achronologisch, d.h. beginnen Sie mit dem aktuellsten Zeugnis und arbeiten Sie sich in die Vergangenheit zurück. Diese Systematik entspricht Ihrem Lebenslauf.

Nachweise über Zusatzqualifikationen bzw. Zertifikate sollten nach dem Kriterium der Relevanz ausgewählt werden. Für einen Kellner ist ein Schweißerpass bspw. weniger relevant als für einen Hausmeister.

Bewerbung per E-Mail

Obwohl Sie die Kosten für eine Bewerbung in der Regel von Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit erstattet bekommen können (s.u.), sind Bewerbungen per E-Mail schneller und kostengünstiger anzufertigen.

Bedenken Sie allerdings, dass manche Unternehmen keine E-Mail-Bewerbungen akzeptieren bzw. diese weniger stark berücksichtigen. Meine Erfahrungen zeigen, dass viele E-Mail-Bewerbungen unbeantwortet bleiben.

Sollten Sie sich für eine Bewerbung per E-Mail entscheiden, dann beachten Sie möglichst folgende Regeln:

  1. Die Betreff-Zeile (“Bewerbung als …”) gehört in die Betreff-Zeile der E-Mail.
  2. Das Anschreiben wird in das Textfeld der E-Mail einfügt. Man beginnt hier mit der Anrede (“Sehr geehrter Herr Schulz,”) und lässt den Briefkopf weg.
  3. Nach der Abschlussformulierung (“Mit freundlichen Grüßen, Petra Schönfelder”) sollten die Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer) folgen.
  4. Der Lebenslauf (inklusive eingefügtem Foto – oben rechts) wird als pdf-Datei der E-Mail angehängt (Anhang). Die Zeugnisse sollten ebenfalls in dieser Datei enthalten sein. Sie sollten zu diesem Zweck gescannt, in ein Textverarbeitungsprogramm eingefügt und anschließend in das pdf-Format umgewandelt werden.
  5. Bewerben Sie sich bei einem Arbeitsvermittler oder einer Personalvermittlungsagentur, ist es ratsam, mit dem Vermittlungsgutschein ebenso zu verfahren.

Achten Sie bitte unbedingt darauf, dass Ihre Anhänge eine möglichst geringe Dateigröße haben. Es gibt im Internet zahlreiche Seiten, auf denen sich pdf-Dateien mühelos verkleinern lassen.

Erstattung von Bewerbungskosten

Generell können Sie bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit einen Antrag auf Erstattung von Bewerbungskosten stellen. Als Leistungsempfänger bekommen Sie ab Antragsstellung für nachweislich erstellte schriftliche Bewerbungen einen bestimmten Betrag erstattet.

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