Was ist eigentlich ein „Dead Man`s Goal“?

Für eine Übung, in der es um die Formulierung wertorientierter Ziele ging, hatte ich ein Arbeitsblatt vorbereitet, in dem ein Begriff auftauchte, der zu einer Diskussion führte: Was ist mit einem „Dead Man’s Goal“ gemeint? Ich hatte zwar eine vage Vorstellung, musste aber feststellen, dass sie nicht hinreichend durchdacht war. Ich glaubte zunächst, damit seien Ziele gemeint, für die man aktiv nur wenig tun könne bzw. müsse, um sie zu erreichen, bei denen wir uns sozusagen tot stellen oder nur darauf warten müssten, bis sie sich von allein erfüllen. Dabei erschien mir in der Umkehrung der Aspekt wesentlich, dass ein Ziel aktivierend sein und dabei möglichst vollständig der eigenen Kontrolle unterliegen sollte. Ein Beispiel: Ich kann mir wünschen, Lotto-Millionär zu werden, ob ich dieses Ziel aber jemals erreiche, hängt bekanntlich wohl mehr vom Zufall ab und weniger von den eigenen Aktivitäten.

Manfred Evertz

Tatsächlich ist es aber so, dass es hierbei um die Unterscheidung von Annäherungs- und Vermeidungszielen geht. Gemeint sind also Ziele, bei deren Verfolgung ein toter Mann wahrscheinlich schneller bzw. eher erfolgreich wäre als man selbst, weil sie lediglich vorgeben, etwas weniger oder gar nicht mehr zu tun oder zu sein.

  • Esse weniger Fast Food.
  • Sei weniger ängstlich.

Bei diesen Zielen wissen wir, was wir nicht (mehr) tun oder sein wollen. Wären wir tot, hätten wir sie natürlich sofort erreicht. Es sind also sogenannte Vermeidungsziele. Günstiger ist es hingegen, Ziele zu haben, die auf etwas ausgerichtet ist, auf das man sich hinbewegen kann. Ist ein Ziel attraktiv genug, dass es die Motivation weckt, aktiv etwas dafür tun zu wollen, spricht man von einem Annäherungsziel. Ein „Dead Man’s Goal“ ist im Gegensatz dazu relativ schwer zu erreichen und zudem nicht besonders motivierend. Man kann es aber in der Regel einfach umkehren, indem man darüber nachdenkt, was ein mögliches Gegenteil davon wäre.

  • Ernähre Dich gesund.
  • Sei mutig.

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