Lesenswerte Artikel – Teil 1

Im Folgenden finden Sie eine Zusammenstellung von 20 Links zu Artikeln aus dem vergangenen Halbjahr, die m. E. besonders interessant sind und von vielen Besuchern dieser Seite gelesen wurden. Eigentlich habe ich diese Liste lediglich für persönliche Zwecke erstellt, aber vielleicht ist ja der ein oder andere Beitrag dabei, den Sie noch nicht kennen?

Klicken Sie ggf. einfach die blaue Überschrift an. Dahinter habe ich stets vermerkt, auf welche Webseite bzw. zu welchem Anbieter Sie dann weitergeleitet werden. Auch eine Kurzbeschreibung oder ein Zitat aus dem Artikel habe ich eingefügt, damit Sie wissen, worum es geht.

Sämtliche Links wurden am 18.11.2017 von mir überprüft. Für Änderungen auf den jeweiligen Webseiten übernehme ich keine Verantwortung.

Wenn der Psychiater selbst seelisch krank ist berliner-zeitung.de

Tatsächlich sehen viele Fachleute bei näherer Betrachtung zahlreiche Vorteile, wenn ein Kollege persönliche Erfahrungen mit einer psychischen Krise oder Erkrankung hatte. […] Derjenige bringe mehr Empathie für die Patienten auf, könne auf Augenhöhe kommunizieren und handele weniger stigmatisierend, heißt es unter anderem. Der Behandler selbst symbolisiere dem Patienten Hoffnung und demonstriere an sich selbst: Besserung und ein normales Leben sind möglich.“

Die sieben Grundprinzipien des Coachens business-wissen.de

In diesem Artikel werden die Grundprinzipien des systemischen Coachings sehr schön erklärt: So wird zum Beispiel „Wirklichkeit“ hierbei stets „als eine subjektive, also vom Individuum selbst konstruierte erachtet, in die individuelle Erfahrungen und Werte einfließen. Die Probleme sowie deren Symptome werden im Zusammenhang mit erstarrten Wirklichkeitskonstruktionen gesehen, aus denen der Klient sich ohne Unterstützung nicht oder nur schwer lösen kann. Aufgabe des Coachs ist es, dem Klienten neue Perspektiven und Sichtweisen und somit neue Möglichkeiten zu eröffnen.“

Es gibt keine Schizophrenie heise.de

Der bekannte Psychiater und Professor für Psychiatrische Epidemiologie Jim van Os über Sinngebung und neue Ideen für die psychische Gesundheitsfürsorge: „Wissenschaftlich gesehen ist jeder mehr oder weniger psychoseanfällig. Genetische und epidemiologische Forschung hat hunderte, ja tausende Risikogene identifiziert. Sie und ich haben auch viele solcher Gene. Je mehr jemand davon hat, desto größer das Risiko für die Störung. Ausschlaggebend sind aber oft traumatische Erfahrungen oder Rückschläge im Leben. […] Bei Psychosen geht es darum, wie jemand seiner Umgebung Bedeutung verleiht, wie Ereignisse interpretiert werden. Wenn Sie beispielsweise alles vom Standpunkt der Angst aus interpretieren, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie irgendwann paranoid werden.“

Burnout: Mehr als ausgebrannt tagesspiegel.de

„Ausweichdiagnose, überstrapaziertes Schlagwort, Modeerkrankung? Burnout steht immer wieder in der Kritik. Doch die Beschwerden der Betroffenen sind echt – und oft behandlungsbedürftig.“

»Viele Menschen fühlen sich dadurch überfordert und erschöpft«, sagt Psychiater Hegerl. Mit dem Label »Burnout« erscheine ihnen diese vermeintliche Schwäche dann gesellschaftlich akzeptierter. Oft stecke hinter ihren Beschwerden jedoch mehr als nur Überarbeitung. » Den Aussagen dieses Artikels, die sehr differenziert sind, kann ich mich voll und ganz anschließen! Lesenswert.

Bindungsstörung: eine Störung durch Traumata in der Kindheit blog.vitos.de

„Zur Veränderung braucht es eine neue gesunde Erfahrung mit einem gesunden Erwachsenen. Dieser muss den Patienten spiegeln und mit dem Patienten zusammen versuchen, dessen innere Gedankenwelt zu erklären. So entsteht Mentalisierung.“

Das Märchen vom Personalmangel in der Pflege hippokratesblog.com

Wir stehen am Scheideweg: Entweder besinnen wir uns auf den Wert jeder einzelnen Person, der Pflegenden und der Gepflegten, oder Pflege wird für alle Beteiligten das Grauen schlechthin. Ein Grauen, an dem einige Wenige sehr gut verdienen.“ Prof. Dr. Josef Aldenhoff

Kinder psychisch kranker Eltern: Zu viel Verantwortung und große Einsamkeit deutschlandfunk.de

Studien gehen davon aus, dass dieses Gefühl – irgendwie falsch zu sein – in Deutschland etwa 3,8 Millionen Kinder teilen, die unter ähnlichen Bedingungen aufwachsen. Das ist in etwa jedes sechste Kind. Eine unglaublich hohe Zahl, vor allem wenn man bedenkt, dass diese Kinder ein dreimal höhres Risiko haben, selbst später krank zu werden.“

Hirnforschung: „Sie müssen sich selbst sehr gut kennenlernen.“ zeit.de

„Die Persönlichkeit verfestigt sich schon sehr früh, zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr ist dieser Prozess weitgehend abgeschlossen. Danach kommen noch soziale Erfahrungen hinzu, die allerdings nicht mehr viel an den eigentlichen Persönlichkeitsstrukturen ändern: Man lernt, dass man in der Öffentlichkeit nicht in der Nase bohrt, macht es aber trotzdem, wenn man alleine ist.“ Prof. Dr. Gerhard Roth

Die unbewusste Inkompetenz von Coaches wiwo.de

„In Deutschland gibt es über 35.000 Coaches – und ebenso viele Wege einer zu werden. Denn der Beruf ist nicht geschützt: Jeder kann sich als Lebens- oder Karriereberater bezeichnen. Zwar gibt es Ausbildungen zum Coach, allerdings ist nur ein Bruchteil davon wissenschaftlich fundiert, wie der Osnabrücker Psychologie-Professor Siegfried Greif herausgefunden hat. Er hat 50 Coaching-Ausbildungen in Deutschland, Großbritannien und den USA analysiert. Sein Fazit: Nur vier Prozent der Ausbildungen haben Hand und Fuß.“

Der stille Schrei: Mythos Vergebung mymultiple.me

„Menschen, die in der Kindheit kaum Zuneigung erfahren haben, werden ihr ganzes Leben die Sehnsucht nach der elterlichen Liebe verspüren, die ihnen als Kind verwehrt blieb. Wir wollen einfach nicht wahrhaben, dass wir in unserer Kindheit für keinen Menschen eine Bedeutung hatten. Noch immer nach Liebe zu suchen, wo niemals welche war, ist ein bestehender Schutz vor der bitteren Wahrheit, dass wir nicht geliebt wurden, als wir es als Kind am meisten brauchten.“

Psychisch krank: Wie es ist, wenn man immer wieder um das eigene Überleben kämpft editionf.com

Dämonentango: „Den meisten Menschen, die eine psychische Erkrankung haben, merkt man nichts davon an. Auch weil sie es gut verstecken. Unsere Community-Autorin erzählt von ihrem Umgang mit dem Leiden und was sie sich von der Gesellschaft wünscht.“

Heilpraktiker in der Kritik: „Den gegenwärtigen Irrsinn nicht länger hinnehmen“ spiegel.de

„Die Deutsche Stiftung Patientenschutz begrüßte das „Münsteraner Memorandum“. „Es ist überfällig, dass das Heilpraktikerrecht grundlegend reformiert wird.“ Es fehlten einheitliche Standards. „So können Patienten kaum zwischen einem seriösen Anbieter und einem Scharlatan unterscheiden“, sagte Vorstand Eugen Brysch. Es dürfe nicht sein, dass es in Deutschland weiterhin einfacher ist, Heilpraktiker zu werden als Krankenpfleger.“ Was halten Sie davon?

Borderline – das Chamäleon unter den psychischen Störungen?! blogweise.junfermann.de

„Das Borderline-Syndrom gehört zu den Persönlichkeitsstörungen, die vom Kern her besser Persönlichkeitsentwicklungsstörung genannt werden sollten. Der Begriff Störung bezieht sich dabei auf die „Abweichung von der soziokulturellen Norm“: Die Betroffenen zeigen also Verhaltensweisen, die sich deutlich von den gesellschaftlich vorgesehenen und akzeptierten Verhaltensmustern unterscheiden. Das betrifft Abweichungen in der Regulation der Gefühle, der Beziehungen und der Identitätsbildung. Da die Betroffenen selbst darunter leiden, erhält dieses Symptommuster eine Krankheitswertigkeit.“

33 Studien analysiert: Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich aerztezeitung.de

„Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung stellen Psychiater noch immer vor große Herausforderungen: Die Suizidrate liegt bei rund 10 Prozent und ist damit etwa 50-fach höher als in der übrigen Bevölkerung, drei von vier Betroffenen verletzen sich selbst, um innere Spannungen abzubauen, die funktionellen Beeinträchtigungen sind enorm. Psychiater und Therapeuten haben zwar spezifische Psychotherapien für solche Patienten entwickelt, etwa die dialektische Verhaltenstherapie sowie psychodynamische Ansätze. Damit konnten sie in einzelnen Studien auch Erfolge nachweisen, allerdings sind die Therapieeffekte eher gering, berichtet ein internationales Forscherteam um Dr. Ioana Cristea von der Universität in Cluj-Napoca in Rumänien.“

Selbstwert oder gelernter Hass: Wie uns die frühe Kindheit prägt deutschlandfunkkultur.de

„Was braucht ein Kind wirklich zum Großwerden, um ein gesundes Selbst und Empathie zu entwickeln? Wie gut und wie intensiv soll und darf die Bindung sein? Ist frühe Selbstständigkeit ein hohes Gut?“

Jeder hat den Partner, den er verdient rubikon.news

Interessante Frage: „Mit welchem Menschen vermag ich […] Beziehungsarbeit zu leisten? Also darunter verstehe ich die Fähigkeit, Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen und dabei zu erkennen und zu verstehen, welche Störungen und Behinderungen ich mitbringe und wie ich diese aushalten und bewältigen kann, ohne diese Last auf den Partner abschieben zu wollen.“

Wenn die Psychotherapie alles schlimmer macht welt.de

Ein guter Therapeut zeichnet sich durch mehrere Eigenschaften aus, die der Patient intuitiv spürt und als Checkliste in den ersten Sitzungen prüfen kann: Er bringt viel Empathie mit, zeigt echtes Interesse und verfügt fachlich über ein breites Methodenspektrum. […] Darüber hinaus sollte er zielgerichtet und strukturiert arbeiten, gut vorbereitet sein und gleich zu Anfang klären, welche Ziele erreicht werden sollen und was genau dafür zu tun ist.“

Selbsttötung: Die drei wirksamsten Maßnahmen, um Suizide zu verhindern aerztezeitung.de

„Ein internationales Expertenteam hat Daten Tausender Studien ausgewertet. Das Ergebnis: ein Drei-Säulen-Modell, das zeigt, wie sich Selbsttötungen am wirkungsvollsten verhindern lassen.“

So wenig braucht es, damit uns die Anderen egal sind perspective-daily.de

Empathie ist nicht nur Klebstoff menschlichen Zusammenlebens, sondern gleichzeitig auch Treibstoff gesellschaftlicher Konflikte – nämlich immer, wenn die »Out-Group« ins Spiel kommt.“

Erblich: Stress und Trauma → mdr.de

„Stress kann sich […] ins Erbgut einbrennen und so über Generationen weitergegeben werden. Genau das untersucht Dr. Elisabeth Binder, Direktorin am Max Planck-Institut für Psychiatrie in München. Sie erforscht, wie Stress und traumatische Erlebnisse in die DNA gelangen und welche Rolle sie bei der Entstehung von psychischen Krankheiten spielen.“

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