Selbstaufgabe versus Selbst-Aufgabe

Als ich mich auf dem Pfade der Selbsterkenntnis in mir zu verlieren drohte, suchte ich vergebens nach einem Ort, an dem mich meine trüben Gedanken nicht finden konnten. Während ich also eines Tages wieder einmal auf der Flucht vor mir selbst war, erzählte mir jemand, er habe sich verloren, und man könne sich gar nicht vorstellen, was das bedeute…

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Verlieren wollte ich das, was mich ausmachte, auch! Irgendwann zerbrach ich deshalb auf einem jener Wege, die mich von meinem bisherigen Leben wegbringen sollten, sämtliche Spiegel. Trotzig beschloss ich, mich nie wieder anzusehen. Ich tat dies in der Hoffnung, auch mein Schatten würde sich endlich entschließen, mir nicht weiter zu folgen.

An dem, was mir die Welt anzubieten hatte, nahm ich kaum noch teil. Ich suchte nicht weiter nach Lösungen und hörte damit auf, mich mitzuteilen, da es nichts in mir gab, was von Bedeutung zu sein schien. Ich tat einfach so, als existierte ich schon nicht mehr.

Vielleicht hatte ich damals im Stillen noch die Hoffnung, mein Selbst würde irgendwann von irgendwem „gefunden“ werden? Das ist aber nicht geschehen. Wahrscheinlich hätte ich bei dieser Suche wohl ein wenig mithelfen müssen?! Doch wäre ich dazu überhaupt imstande gewesen?

Seither sind viele Jahre vergangen und noch immer entdecke ich hier und da Facetten in mir, von denen ich eigentlich nicht wahrhaben möchte, dass auch sie zu mir gehören. Den Kern seiner Persönlichkeit zu verändern, kann recht beschwerlich sein. Heute weiß ich aber, dass das vollkommen normal ist. Die Aufgabe, die sich daraus ableitet, ist es, das eigene Selbst anzunehmen bzw. Möglichkeiten zu finden, wie es sich damit leben lässt. Das ist die wahrhaftige „Selbst-Aufgabe“. 😉

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