Rezension: „Train the Coach – Konzepte“ von Bernd Schmid & Oliver König (Hrsg.)

Neue Rezepte (nicht nur) für die professionelle Weiterbildung von Coachs, Teamcoachs, Change-Agents, Organisationsentwicklern und Führungskräften!

Coaching ist ein weites Feld. Das wurde mir beim Lesen dieses Buches wieder einmal sehr deutlich vor Augen geführt. Da ich in „Train the Coach – Methoden“ zahlreiche sowie äußerst pfiffige Ideen entdecken konnte, mit denen ich seither regelmäßig in meinem Unterricht aber auch mit meinen Klienten arbeite, war ich sehr neugierig auf diese Fortsetzung.

Nach einer Einleitung folgen jeweils mehrere gut durchdachte Konzepte aus den Bereichen „Persönlichkeit und Selbststeuerung“, Teams und Kooperationen“, Organisationsentwicklung und Führung“ sowie „Auftragsklärung und Schnittstelle Personalentwicklung“. Obwohl darin auch Fragestellungen behandelt wurden, mit denen ich mich beruflich immer wieder beschäftige (bspw. „Selbststeuerung im Widerstand“, „Zusammenarbeit im Team“, „Lebensphasen“ oder „Antreiber nutzen! – An Treibern wachsen“), wusste ich nicht mit allen der vorgeschlagenen Vorgehensweisen gleichermaßen viel anzufangen oder konnte tlw. nur wenig Neues für mich darin entdecken. Sie waren mir entweder thematisch zu weit von dem entfernt, womit ich mich hauptsächlich befasse (z. B. jene aus dem Betätigungsfeld der Begleiter von Change-Prozessen), oder sie wurden auf eine Weise präsentiert, die offensichtlich weniger gut mit meiner Arbeitsweise korrespondiert. Da aber natürlich auch ich eine sehr eigene Art habe, Dinge zu betrachten und sie in meine Seminare einzubinden, werden andere Leser/-innen das wahrscheinlich ganz anders wahrnehmen. Hingewiesen wurde darauf jedenfalls bereits in dem einleitenden Zitat: „Sage mir, welche Konzepte Du verwendest, und ich sage Dir, wer Du professionell bist und wohin Du passt!“

Mindestens drei Kapitel haben aber auch mich sofort begeistert: „Lehrcoaching für strukturiertes Vorgehen“ von Günther Mohr, „Die ‚Innere Organisation’“ von Barbara Lagler Özdemir und Prof. Dr. Hüseyin Özdemir sowie „Person – Rolle – Organisation“ von Prof. Dr. Eric Lippmann. Die darin beschriebenen Übungen werde ich jedenfalls bei nächster Gelegenheit einmal in meine Seminare einbinden oder im Coaching einsetzen. Sei es deshalb, weil ich darin (für mich) neuartige Aspekte entdecken konnte oder mich die didaktische Ausgestaltung unmittelbar ansprach. Insofern hat sich die Lektüre also gelohnt.

Betonen möchte ich abermals die hervorragende Struktur des Buches, die sich an der ihres Vorgängers anschließt. So werden die Methoden und das entsprechende Setting zunächst kurz beschrieben, anschließend mögliche Gründe für deren Einsatz bzw. der Nutzen für die Teilnehmer benannt und daraufhin die Umsetzung in einzelnen Schritten erläutert. Hilfreich sind auch die Einstufungen der Übungen nach dem Grad der Erfahrung (Anfänger, Fortgeschrittene), die mir stimmig erscheinen, die Materialien, auf denen (a) die Abläufe der Techniken systematisch dargestellt sind, sowie (b) die zahlreichen Arbeitsblätter, die auf der Seite des Verlags zum Download bereitliegen.

Während es im ersten Teil noch vorrangig um „die grundlegende Verbesserung der eigenen Fragekompetenz, um das Erkennen von Bedürfnissen, um strukturierte Problemlösungstechniken, um Perspektivwechsel und um Konfliktressourcen“ ging, sind viele der Konzepte des zweiten Teils m. E. sehr viel spezifischer. Da ich „Train the Coach – Methoden“ (bei Amazon) gern sieben oder acht Sternchen gegeben hätte, hatte ich vielleicht überhöhte Erwartungen an diese Fortsetzung. Dennoch halte ich auch sie für sehr gelungen.

Bernd Schmid & Oliver König (2017). Train the Coach – Konzepte. managerSeminare Verlags GmbH – Edition Training aktuell.