Die dunklen Gefühle

Haben Sie Geheimnisse, von denen besser niemand etwas wissen sollte? Wie gehen Sie mit jenen Facetten Ihrer Persönlichkeit um, die Sie normalerweise vor Ihren Mitmenschen verbergen? Wie verarbeiten Sie Ihre Gefühle der Schuld oder Scham, sollte es Ihnen in bestimmten Momenten nicht gelingen, sich so zu kontrollieren, wie Sie es eigentlich von sich erwarten? Was geschieht also, wenn Sie Ihren Trieben oder Impulsen in einer Form freien Lauf gelassen haben, die Sie streng genommen noch nicht einmal vor sich selbst verantworten können?

Die dunklen Gefühle

Schritt 1: Machen Sie eine Ortsbegehung, d.h. analysieren Sie Ihre Situation.

  • Welche Situation ging Ihrem unangenehmen Gefühl voran?
  • Was genau ist da geschehen?
  • Wie haben Sie sich in der Situation gefühlt/verhalten?
  • Was empfinden Sie, wenn Sie sich an die Situation erinnern?

Schritt 2: Hinterfragen Sie Ihre Scham- bzw. Schuldgefühle und treten Sie in einen inneren Dialog mit jenen Anteilen Ihrer Persönlichkeit, die Sie ungern Ihr Eigen nennen.

  • Was hat Sie in dem besagten Moment angetrieben?
  • Welches Bedürfnis könnte Ihrem Verhalten zugrunde liegen?
  • Welcher Wunsch oder welches Gefühl wurde Ihnen vielleicht (bspw. als Kind) verboten?
  • Wofür wurden Sie in Ihrer Kindheit bestraft, verspottet oder belächelt?
  • Wo suchen Sie nach Schutz und Anerkennung, wenn Sie sich schwach oder wertlos fühlen? Wie tun Sie das?

Lassen Sie jenen Ihrer inneren Stimmen, denen Sie gern das Wort verbieten würden, einmal bewusst den Raum, sich zu äußern. Sie werden wahrscheinlich überrascht sein, was sie Ihnen zu sagen haben… Dann können Sie vielleicht auch eine stimmigere Entscheidung fällen, wie Sie künftig mit ihnen umgehen wollen…

Schritt 3: Entwickeln Sie eine Strategie.

  • Wie möchten Sie sich beim nächsten Mal fühlen/verhalten?
  • Wie könnten Sie Ihre Bedürfnisse befriedigen, ohne sich deshalb Vorwürfe machen zu müssen?
  • Kennen Sie Menschen, die zwar ein vergleichbares Bedürfnis haben, aber nicht (so sehr) darunter leiden? Wie schaffen die das? Was tun die dafür, dass es denen besser gelingt, mit sich selbst im Reinen zu sein?
  • Blicken Sie zurück auf eine erfolgreiche Gegenwart: Stellen Sie sich vor, diese Fragen hätten dazu geführt, dass Sie einen emotional bedeutsamen Aspekt Ihres Lebens erhellen und sich aus einer Verstrickung lösen bzw. ein dysunktionales Verhaltensmuster unterbrechen oder verändern konnten. Um was ging es dabei genau? Wie haben Sie das geschafft? Welche Ihrer persönlichen Stärken haben Ihnen dabei besonders geholfen? Welche Strategien waren zielführend?

Schritt 4: Seien Sie achtsam.

Veränderungen zunächst unbewusster Reaktionsmuster benötigen ihre Zeit. Ist die Selbstaufmerksamkeit allerdings erhöht und zumindest eine vage Lösungsvision gefunden, entwickelt sich meist etwas.

  • Versuchen Sie, einem eventuellen „Rückfall“ in alte Reaktions- oder Verhaltensmuster mit Gelassenheit zu begegnen. Scheuen Sie sich aber ggf. nicht davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
  • Sollte ein Leidensdruck entstehen, der nicht oder nur schwer zu ertragen ist, sprechen Sie mit jemandem darüber!

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