Die Fratze des Konflikts

Belastungen, die durch Streit oder Ärger mit anderen Menschen entstehen, blockieren uns in vielerlei Hinsicht. Sie engen unser Denken ein und machen uns manchmal unfähig, so zu handeln, wie es eigentlich gut für uns wäre… Eine Möglichkeit, sich aus dieser Starre zu befreien, ist die gezielte Reflexion der Geschehnisse.

Manfred Evertz

Aus dem einen Gesicht
wuchsen so viele
Gesichter, Welten
fremde Gefühle –
wandernde Bilder
vom anderen Ich.

Traumentstanden
schob sich
Dein neues Gesicht
zwischen Dir
und mir und war
wund und in sich
erstarrt.

Du und ich
wir hatten uns
nur getroffen und
nie einander erkannt –
Wir waren die Maskenträger
im hektischen Lebenstanz.

(Christine Matha)

1. Ortsbegehung

  • Denken Sie an einen Konflikt, den Sie mit einer anderen Personen haben.
  • Erinnern Sie sich an eine Situation, in der dieser Konflikt besonders spürbar wurde, und fühlen Sie sich in diese hinein.
  • Was genau läuft dabei in Ihnen ab? Wie verhalten Sie sich? Wie verhält sich die andere Person?

2. Analyse der Bedürfnisse

  • Welche Ziele oder Bedürfnisse haben Sie? Worum geht es Ihnen?
  • Versetzen Sie sich bitte einmal in Ihren Konfliktpartner hinein und entwickeln Sie Hypothesen zu folgenden Fragen:
    – Wie könnte das, was Sie in dem Konflikt sagen oder tun, auf diesen wirken?
    – Welche Bedürfnisse könnte Ihr Gegenüber haben? Was wünscht er sich von Ihnen? Was erwartet er von Ihnen?

3. Entwicklung von Lösungsstrategien

  • Wie könnten Sie sich verhalten, um die Bedürfnisse Ihres Gegenübers respektvoll zu achten? Wie könnten Sie trotz einer Achtung dieser Bedürfnisse Ihr eigenes Ziel erreichen?
  • In welchen Situationen haben Sie es in der Vergangenheit bereits geschafft, einen ähnlichen Konflikt zu vermeiden oder aufzulösen? Wie haben Sie das geschafft?
  • Durch welches Verhalten könnten Sie den Konflikt eskalieren lassen? Was genau müssten Sie dafür tun?
  • Wie könnten Sie (im Gegensatz dazu) den Konflikt etwas abschwächen oder auflösen? Was genau müssten Sie dafür tun? → Sammeln Sie bitte mehrere Ideen.

4. Erarbeiten von Handlungsoptionen

Skalieren Sie diese Ideen auf einer Skala von 1 bis 10:

  • Erfolgswahrscheinlichkeit: Wie wirksam wäre Ihr Verhalten (wahrscheinlich), um den Konflikt zu deeskalieren?
  • Zielerreichung: In welchem Maße würden Sie Ihren eigenen Bedürfnissen durch dieses Verhalten gerecht werden?
  • Leichtigkeit: Wie leicht würde es Ihnen fallen, das erforderliche Verhalten zu zeigen?

Wählen Sie dann jene Option aus, die Ihnen nach diesen Skalierungen am zweckdienlichsten erscheint.